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Über Kuchen und den Elternbeirat

In unserer Kita gab es letztes Jahr eine gefühlt monatelange Diskussion über Kuchen und andere Leckereien, die man den Kindern gern zum Geburtstag mit in die Einrichtung gibt. Was heißt gerne… Jede Mutter (und natürlich auch viele Väter) weiß, dass das schon mal auch sehr stressig und nervig sein kann. Man überlegt tagelang, was man mitgibt, berücksichtigt die Wünsche der Brut, denkt darüber nach, ob es Kinder gibt, die aus diversen Gründen keine Gelatine oder andere Zutaten essen dürfen und wenn man dann an – für sich – alles gedacht hat, muss man das Zeug noch einkaufen und um den sowieso schon stressigen Geburtstag des Kindes auch noch etwas für die Kita zubereiten.

Naja… Die Diskussion in der Eltern-Gruppe könnt ihr euch etwa wie folge vorstellen…

Elternbeirat: „Ach, bevor ich es vergesse noch eine weitere Information zu den Geburtstagen eurer Kleinen: Bitte bringt zum Geburtstag keinen Kuchen oder Süßigkeiten mit.
Stattdessen bringt besonderes Obst oder Gemüse für die Gruppe mit, gesunde Muffins, etc. Da lassen sich auch tolle Sachen, wie das Gurkenkrokodil, ganz einfach zaubern (YouTube und pinterest helfen da). Das ist aber kein Muss es so aufzubereiten. Nicht jeder hat dazu die Zeit und Muße.

Oder: möglich ist auch ein kleines Geschenk im Wert von ca 5Euro für die Gruppe (zB. kleines Buch, Spielzeug, etc). Die Erzieher haben da Ideen, was grade benötigt wird.

Ich: „Ich finde es ehrlich gesagt bescheuert. Der Geburtstag ist doch was besonderes und wenn mein Kind da gerne Kuchen haben möchte, finde ich das vollkommen okay. Es ist ja nichts alltägliches und es gesunde Sachen bekommen die Kinder doch (zum Glück) jeden Tag in der KiTa. Ist es nicht eher sinnvoll, den Kindern so ein Gefühl von Ausnahmen zu vermitteln?!
Wenn jemand irgendwas nicht verträgt, finde ich das was anderes. Versteht mich da nicht falsch. Aber grundsätzlich alles verbieten zu wollen, wo Zucker oder andere Dinge enthalten sein könnten, die süß sind, finde ich nicht richtig.
Zumal ich wirklich gern wüsste, wo das jetzt herkommt. Mich hat nämlich niemand dazu gefragt…

Ich verteufel ja auch keine Obst- und Gemüseplatten. Wer sein Kind zum Geburtstag damit glücklich macht oder halt der Meinung ist, dass er das eben gern so mitgeben möchte, kann das ja gern tun. Je mehr Abwechslung, desto besser. Kuchen ist ja kein MUSS. Aber ich bin halt der Meinung, dass man erwachsenen Menschen, die das für ihre Kinder entscheiden, nichts vorschreiben kann, nur weil man das selbst gern so hätte.“

Gefolgt sind diverse Meinungen, die ich nicht alle aufführen kann und möchte. Es gab viele Stimmen in die unterschiedlichsten Richtungen. Von den Geschenken für die Gruppe fange ich gar nicht erst an. Ist ja ne tolle Idee, an sich, aber wie erklär ich denn bitte Kindern von 2-6 Jahren, dass sie an diesem, ihrem Geburtstag etwas mitnehmen und dann da lassen müssen anstatt, wie üblich, zu ihrem Geburtstag Geschenke zu bekommen?! (Was nicht bedeutet, dass ich es befürworte, wenn Kinder in den Einrichtungen Geschenke vom Kindergarten bekommen, das war eher auf den Tag im allgemeinen bezogen).

Das Ganze gipfelte dann darin, dass das Gesundheitsamt um Rat gefragt wurde, was überhaupt in einer öffentlichen Einrichtung von Elternseite aus mitgegeben werden dürfe, wenn nicht nur das eigene Kind davon isst, also wie beim Frühstück zum Beispiel.
Ende vom Lied: Es dürfen nur noch Lebensmittel mitgebracht werden, die nicht gekühlt werden müssen, damit garantiert werden kann, dass eben jene Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Also darf auch kein Joghurt oder Eis mitgebracht werden und eben auch keine Torten oder Kuchen mit Cremes. Und: Es muss mindestens 14 Tage vor dem jeweiligen Geburtstag eine Zutatenliste ausgehängt werden, damit Kindern mit Unverträglichkeiten oder wenn sie Zutaten aus anderen Gründen nicht essen dürfen, an diesem Tag eine Alternative angeboten werden kann.

Manchmal frage ich mich wirklich, wie wir alle bis heute überlebt haben, obwohl damals kein Huhn und kein Hahn danach gekräht haben, wer was mitbrachte und was genau darin war….

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…Damit sollte das Thema dann nur leider nicht gegessen sein…

Geplant ist, in einigen Wochen ein Herbstfest zu veranstalten. Ich glaube, die Idee kam auch vom Beirat. Ist ja auch eigentlich nicht so wichtig, die Idee ist ja gut und ich bin gern bereit, unter Berücksichtigung meiner zeitlichen Grenzen, meinen Teil dazu beizutragen. Das wollte ich dann auch tun, indem ich mich in die Liste für eine Kuchenspende eintrug. Der Kuchen soll an diesem Tag verkauft werden und das Geld kommt dem Kindergarten zugute. Schöne Idee, wirklich!
Ich wollte den Quark-Mandarine-Kuchen, den ich neulich schon mal für meine Kollegen gebacken hatte, mitbringen. Dieser Kuchen und auch sein Name, beinhalten die Zutat „Quark“ (ist euch vielleicht aufgefallen… ). Dennoch ist es so, dass der Kuchen mit samt des Quarks durchgebacken wird, er danach also nicht mehr cremig, sondern ähnlich wie beim Käsekuchen fest ist und der Kuchen nicht mehr zwingend gekühlt werden muss.

Einige von euch ahnen es vielleicht schon… Der Beirat hat die Dreistigkeit besessen, mich mitsamt meines Kuchens von der Spenderliste zu streichen. Punkt. Ohne mich darauf anzusprechen, ohne mal nachzufragen, wie der Quark denn da verarbeitet wird oder  auch nur ein Wort darüber zu verlieren. Find ich ehrlich gesagt ziemlich frech.

Die Damen und Herren da meinen doch nicht wirklich, dass ich da noch einen Handschlag rühre?! Wer so urteilt und handelt, hat es gar nicht verdient, dass ich mich unter den Umständen noch dahin stelle und meine Freizeit opfere, damit für die Kita Dinge vom Beirat angeschafft werden, bei denen die übrigen geschätzten 65 Elternpaare, zu denen auch wir gehören, nicht mal mitreden dürfen. Seh ich irgendwie nicht mehr ein. Sorry Leute… Das war einfach ne Spur zu viel Dreistigkeit!

2 thoughts on “Über Kuchen und den Elternbeirat

  1. Wow, hoppla, das war ja nun wirklich alles andere als geschickt gehandhabt.
    Wir sollen den Kids gar nichts mitgeben, wobei ich gar nicht weiß, ob Geburtstag eine Ausnahme ist. Zu ihrem ersten Geburtstag war Püppi noch nicht im Kindergarten und der zweite kommt erst nächsten Sommer.

    Da hätte ich auch keinen Bock mehr gehabt, noch etwas zu machen.
    Ich habe ohnehin den Eindruck, dass sich immer nur die selben beteiligen. Zum Kleidermarkt helfe ich auch als Einzige aus der Gruppe mit (sind zwar erst 7 Elternpaare, aber trotzdem…) und zu dem habe ich nicht einmal mehr eine Nummer bekommen. Was sehr ärgerlich ist, da ich echt mal Kram loswerden muss… Naja. Auch so eine Geschichte, lassen wir das.

    Beim Gurkenkrokodil könnte man jetzt wieder schimpfen, dass man dafür Spießchen benötigt und die eine potentielle Gefahrenquelle darstellen, HA!

    1. Hahaha, der Einwand mit dem Gurkenkrokodil ist echt gut, das muss ich mir für die nächste WhatsApp-Schlacht merken…

      Apropos Kram loswerden… Bei uns in der Kita steht ein „Tauschtisch“. Das ist wirklich mal ne gute Idee gewesen, ob von der Leitung oder dem Beirat, weiß ich gar nicht. Jedenfalls kann man da gut erhaltene Kleidung und Spielzeug drauf legen und sich dafür etwas anderes mitnehmen, was man halt gebrauchen kann. Find ich total gut.
      Ich bin ehrlich gesagt immer zu faul für nen Flohmarkt

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