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Pricktest

Im Mai, in meiner persönlichen Horror-Pollen-Zeit, machte ich mir zusammen mit meiner Allergologin Gedanken, wie es denn in Zukunft mit meiner Allergie weiter gehen solle. Inzwischen helfen keinerlei frei verkäuflichen Präparate mehr und ich musste in der für mich schlimmsten Zeit dieses Jahr sogar Kortison nehmen, um dem Herr zu werden. Sie hielt es für sinnvoll, den Pricktest, der bei mir bereits knappe 15 Jahre her ist, einmal zu wiederholen und dann zu besprechen, ob eine Hyposensibilisierung sinnvoll und vor allem machbar ist. Ich machte dann einen Termin für nach meiner Allergiezeit aus, damit der Test auch unverfälscht stattfinden konnte.
Dieser Termin war gestern.

Ich kam in die Praxis und stand schon jetzt in der ersten Schlange. Vor mir eine sichtlich genervte, aber freundlich guckende junge Dame, die darauf wartete, dass die schätzungsweise Mitte 50 Jährige Frau vor ihr endlich aufhörte, mit der Dame am Empfang zu diskutieren. Es ging um irgend einen Termin, auf den die Dame nicht so lange warten wollte, wie ihr vorgeschlagen wurde. Die freundliche Dame am Empfang sagte ihr immer wieder in ruhigem Ton, dass vor Mitte November aber nun mal kein Termin frei sei und diese Kontrolle, für die sie diesen Termin benötigte, ja auch nichts zeitkritisches sei. Nun ja. Nach einigen Minuten gab die Patientin sich dann endlich geschlagen und es konnte weiter gehen. Die junge Frau vor mir war fix fertig und ging unmittelbar vor mir ins Wartezimmer.
Ich musste auch nur etwa 7 Minuten dort warten, bevor ich schließlich ins Allergielabor gerufen wurde. Dort wurde ich gebeten, mich auf einen Stuhl mit integriertem Tisch zu setzen, wie ich ihn das letzte Mal auf der Realschule im Musiksaal benutzt hatte.

Die Arzthelferin bat mich, die langen Ärmel meiner Sweatjacke hochzuschieben, damit sie die 19 Felder für den Test aufmalen und dann den Test durchführen konnte. Ich habe auf beiden Unterarmen je eine Tätowierung, die unmittelbar unter der Ellenbeuge sitzt. Das stelle offensichtlich ein Problem dar und die junge Arzthelferin – ich glaube, es war eine Azubine – holte kurz die Ärztin dazu, um zu besprechen, wie sie die knapp 20 Felder denn auf das bisschen Haut, unter der keine Farbe klebt, aufbringen solle. Die Ärztin sah allerdings kein wirkliches Problem darin, die Felder auf die Fläche zu kriegen, und so konnte die Arzthelferin dann schließlich loslegen.

Auf einem Auswertungsbogen kreiste sie alle Positionen ein, deren Allergene getestet werden sollten. Dann zeichnete sie mir mit einem Hautmarker 19 Felder auf die Arme, schrieb die entsprechenden Nummern der Allergene auf dem Bogen in die besagten Felder und tropfte mit einer Pipette je einen Tropfen Flüssigkeit aus vielen kleinen Fläschchen in die Felder. Danach nahm sie die sogenannte Pricknadel in die Hand und piekte durch die Tropfen meine Haut oberflächlich ein. Sie war noch nicht ganz am Ende angekommen, da fingen die ersten Stellen schon fürchterlich an zu jucken. Kratzen durfte ich natürlich nicht. Sie stellte einen Timer von 20 Minuten und bat mich, ruhig sitzen zu bleiben und die Arme nicht zu viel zu bewegen. Wenn ich wolle, könnte ich mich mit meinem Handy vom Jucken ablenken. Gute Idee! – Sie reichte mir meine Handtasche, damit ich mein Handy dort raus holen konnte und ging. Ich begann, meiner Freundin zu schreiben und Bilder meiner Arme zu machen, die ich dann meinem Mann und meiner Schwägerin schickte.

Nach etwa 18 Minuten sahen meine Arme dann wie folgt aus:
(Bereits nach 4-5 Minuten bildeten sich diese Quaddeln, die über den Zeitraum nicht dicker, aber deutlich juckender und mehr rot wurden)

Joah…

Nach 20 Minuten kam dann die Ärztin wieder, schaute sich die Reaktionen mittels einer Schablone an und bat die Helferin, die zahlen entsprechend auf dem Auswertungsbogen einzutragen.

Ich reagierte also gestern wie folgt:

  • Gräser –                     Prick 10
  • Roggen –                   Prick 12
  • Birke –                        Prick 10
  • Erle –                          Prick 5
  • Beifuß –                      Prick 10
  • Wegerich –                 Prick 6
  • Hausstaubmilben 1 – Prick 9
  • Hausstaubmilben 2 – Prick 10
  • Hund –                       Prick 6
  • Katze –                       Prick 7

Die anderen Allergene waren negativ.
Ich habe Tabellen im Internet gefunden, nach denen ich nun deuten kann, dass ich auf Erle, Wegerich und Hund nur 3-fach positiv, und auf die anderen Positionen 4-fach positiv reagiere.
Zum Vergleich – 2004 hatte ich Gräser und Roggen 2-fach und Beifuß und Hausstaubmilben 1-fach positiv…
Herzlichen Glückwunsch, Frau Ehrlich, sie haben den Jackpot gewonnen… *facepalm

Meine Ärztin hielt es dann für sinnvoll, noch einen Bluttest hinterher zu schieben, nahm mir Blut ab und bat mich, für Ende Oktober einen Termin zur Besprechung der ganzen Ergebnisse zu vereinbaren, dann gucken wir, wie es weiter geht. Ich bin wirklich gespannt, was sie mir bei dem Termin am 29.10. vorschlägt.

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